Wie es begann...

Schon zu Anfang des Baues von Verbrennungsmotoren gab es Überlegungen, die damals recht bescheidene Leistungsausbeute zu erhöhen. Durch die beschränkte Drehzahl und die kleinen Ventilquerschnitte konnte man mehr Leistung nur durch größere Hubräume erzielen.

Die Nachteile dieser großen Hubräume liegen aber klar auf der Hand.

Hohes Gewicht und großer Kraftstoffverbrauch ließen große Motoren für den Automobilbau denkbar ungeeignet erscheinen. 1885 erhielt Gottlieb Daimler ein Patent für seinen Gasmotor, der in seinem Kurbelgehäuse die Ansaugluft durch den Kolben vorverdichtete.

Auch Rudolf Diesel konstruierte einen ähnlichen Motor.

Beide Konstruktionen wurden aber wegen der schlechten Leistungsausbeute und des ungenügenden Wirkungsgrades nicht weiter gebaut.

1905 erhielt der Schweizer Alfred Büchi ein Patent auf den ersten Abgasturbolader, dessen Funktionsprinzip auch heute noch bei allen modernen Konstruktionen verwendet wird.
Leider scheiterten die Versuche wegen der mangelnden Qualität der Werkstoffe und der Bearbeitungsmöglichkeiten.

Historisches Bild

Erst 1924 wurde von MAN ein Schiffsmotor mit elektrisch betriebener Ladepumpe konstruiert.
Die Leistung konnte um ca. 1/3 gesteigert werden. Das Haupteinsatzgebiet dieser aufgeladenen Motoren waren Schiffe, Flugzeuge und Eisenbahnen.

Ab Mitte der 20er Jahre setzte sich der mechanische Lader durch. Er wurde hauptsächlich zur Leistungssteigerung von Rennmotoren verwendet.
(z.B. der Mercedes 2-Liter-Motor von 1923 leistete mit Roots - Kompressor bereits 120 PS bei 4500 min-1.

Der Mercedes Silberpfeil von 1938 brachte es mit Methanolbetrieb auf 646 PS!) Ab 1952 setzte ein geändertes Reglement (Hubraumformel 1:4 und Verwendung von Tankstellen-Benzin) den, bis dahin so erfolgreichen, Kompressormotoren ein jähes Ende.

Im Serienbau stellte die Schweizer Firma Saurer 1938 den ersten LKW her, der von einem Dieselmotor mit Abgasturbolader angetrieben wurde.

Erst 1962 kamen die ersten PKW mit Turboaufladung auf den Markt (Chevrolet Corvair Monza und Oldsmobile Jetfire).
Die Produktion wurde jedoch wegen der hohen Störanfälligkeit und des schlechten Ansprechverhaltens des Turbos nach 2 Jahren wieder eingestellt.

Als erste Europäische Firma brachte BMW 1973 den 2002 turbo auf den Markt.
Trotz beeindruckender Leistungsausbeute von 170 PS und 245 Nm Drehmoment aus knapp 2 Liter Hubraum wurde der BMW kein großer Erfolg. Neben der ersten Energiekrise zwangen ständige Schäden an Motor und Turbolader den Hersteller zur Aufgabe.

Trotz anfänglicher Misserfolge war der Siegeszug des Turboladers aber nicht mehr aufzuhalten und so werden heute nahezu alle Diesel- und viele Ottomotoren mit Abgasturbolader aufgeladen.